Journalistischer Werdegang
Fragt man heute Schüler und Studenten nach dem Berufsziel, so lautet die Antwort nicht selten: Journalist. Der Beruf gilt als spannend, abwechslungsreich und erstrebenswert. Dabei ist zwar die Pressefreiheit in Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt, die Berufsbezeichnung „Journalist“ aber nicht; das heißt, dass sich eigentlich jeder Journalist nennen kann, der schon mal einen Beitrag in einer Zeitung, Zeitschrift, Online-Medium oder Schülerzeitung veröffentlicht hat. Es geht sogar soweit, dass ein einzelner veröffentlichter Leserbrief reicht.
Aber gerade weil die Bezeichnung Journalist so offene Grenzen hat, gibt es viele sogenannte Journalisten, die den allgemeinen Regeln nach nicht wirklich gute Artikel schreiben können.
Der klassische Einstieg in den Journalismus ist die freie Mitarbeit bei einer Lokalzeitung.
Wer bereits als freier Mitarbeiter Erfahrungen sammeln konnte, für den bietet sich eine Hospitanz (Praktikum) in einer Redaktion an. Meistens dauern diese Hospitanzen mindestens einen Monat und werden geringfügig vergütet.
Oft ist der nächste Schritt für angehende Profi-Journalisten eine Bewerbung für ein Volontariat. Das Volontariat dauert mindestens eineinhalb Jahre, meistens zwei Jahre. In dieser Zeit durchläuft der Volontär mehrere Redaktionen (bei großen Verlagen) oder mehrere Ressorts (bei kleineren Verlagen) und hat die Chance, sich jeweils für ein paar Monate in Politik, Lokales, Feuilleton, Sport und Wirtschaft einzuarbeiten. Bei Fernsehsendern wechselt man die Redaktionen der unterschiedlichen Sendungen, beim Hörfunk produziert man Sendungen für verschiedene Formate. Ziel eines Volontariats ist, einen möglichst genauen Einblick in die Redaktionen zu bekommen und für sich heraus zu finden, in welchem Bereich man am liebsten arbeiten möchte. Während des Volontariats gilt der Volontär als Angestellter, er bekommt ein Gehalt und ist sozialversicherungspflichtig.
Ein weiterer Einstieg sind Journalistenschulen. Hier werden Journalistenschüler meistens über einen Zeitraum zwischen 12 und 24 Monate ausgebildet.
Wer es in eine Journalistenschule geschafft hat, hat Grund zur Freude: Oft bewerben sich mehrere tausend junge Journalisten für einen der rund 350 Plätze an den diversen Journalistenschulen in Deutschland.
Alternativ zur Journalistenschule kann man auch Journalistik oder Journalismus studieren. Erfahrungsgemäß streben auch viele Studenten der Kommunikationswissenschaften in den Journalismus. Erfahrene Journalisten raten aber eher zu einem fachfremden Studium. Hier kommen z.B. Jura oder Politikwissenschaft in Frage.


